Dienstag, 11. Februar 2014

2.7.13 Hinter den Kulissen des Museums Hallstatt

Archäologische Forschung ist nicht nur „Feldarbeit“. Auch die Arbeit in den Archiven und Depots der Museen ist unerlässlich. Im Juli 2013 konnten die SchülerInnen aus Bad Goisern einen Eindruck davon gewinnen, was in jenen Teilen des Museums Hallstatt passiert, die für die Öffentlichkeit in der Regel nicht zugänglich sind. Nachdem sie die Ausstellung besichtigt hatten, wurden sie durch Depot und Archiv geführt.
Die größte Sammlung von Funden aus Hallstatt befindet sich im Naturhistorischen Museum in Wien. Die zweitgrößte Sammlung aber gehört dem Museum Hallstatt, das schon früh in der Forschungsgeschichte Ausgrabungen im Bergwerk und im Gräberfeld finanzierte. Die Sammlung des Museums ist daher sehr wertvoll und umfasst Objekte aller in Hallstatt bislang nachgewiesener Zeitstellungen. Außerdem beherbergt das Museum das vermutlich größte Fotoarchiv im Salzkammergut. Seit vielen Jahren erscheinen regelmäßig Publikationen, in denen Erkenntnisse, die aus Depot- und Archivmaterialien des Museums Hallstatt gewonnen werden konnten, der Öffentlichkeit vorgelegt werden.
 
(Von Hans Reschreiter)



(Fotos von Hans Reschreiter)

Besuch im Museum Hallstatt


Durch ihre Beteiligung am Projekt „Sparkling Science“ haben die Jugendlichen der 2. Klassen der Welterbe-Mittelschule Bad Goisern gewaltige Vorteile. Oder durften Sie schon einmal in das Archiv oder das Depot des Museums in Hallstatt?

Lange haben wir uns schon auf den Dienstag in der letzten Schulwoche gefreut, denn da würden wir unsere Projektpartner vom Naturhistorischen Museum in Wien wieder treffen. Um ½ 8 ging es mit dem Rad von der Schule weg, über den Ostuferweg nach Obertraun und anschließend auf die Badeinsel von Hallstatt, wo wir Rast machten. Die Jugendlichen bummelten durch den Ort, interessierten sich für die Schäden, die nach der Katastrophe im Frühjahr in Hallstatt noch zu sehen waren und trafen sich um 10 Uhr im Museumspark zu einer Einführung mit Herrn Magister Reschreiter und seinem Kollegen Mag. Hans Rudorfer aus Irdning.


Unter fachkundiger Führung der beiden Archäologen besuchten wir das Museum Hallstatt. Es begann mit einer Zeitreise, anschließend erfuhren die ZuhörerInnen, dass Muren zwar verheerende Wirkung zeigen, aber in Hallstatt schon in prähistorischer Zeit vorgekommen waren und auch dem damaligen Salzbergbau Katastrophen beschert hatten. Das Leben und die technischen Errungenschaften der Römer, Gräber und Grabbeigaben sowie das Wirken bedeutender Hallstätter wie Georg Ramsauer, Isidor Engl und Dr. Friedrich Morton besprach man ebenso wie den Salzabbau und Weitertransport.


Anschließend durften die Jugendlichen unter fachkundiger Führung das Archiv und das Depot des Museums kennenlernen, erfuhren von der Bedeutung desselben und bekamen sogar ein Original von Isidor Engl in säurefreiem Papier und Karton gezeigt. Warum alles säurefrei sein muss? Weil sonst die Farben angegriffen werden und sich auflösen würden. All das erfuhren die Jugendlichen von Hans Jörgen Urstöger.


Nach einer Mittagsrast ging es in den Keller der Firma Janu, in dem archäologische Reste noch an der Stelle ihrer Auffindung besichtigt werden können, und der ebenfalls einen Überblick über 7000 Jahre Geschichte in Hallstatt vermittelt. Herr Janu nahm sich höchstpersönlich für die Gruppe Zeit. Vorbei an den Feuerhäusern ging es anschließend über die Seestraße zum römischen Siedlungsgebiet. Bei der Salinenverwaltung beendeten wir den archäologischen Exkurs, ehe wir wieder zu unseren Rädern zurückkehrten, uns von Herrn Reschreiter und seinem Begleiter verabschiedeten und über Obertraun und Obersee nach Bad Goisern zurück radelten.


(Von Barbara Schiefermayer, Lehrerin Welterbe-Mittelschule Bad Goisern)

15.5.13 Fäll- und Transport-Experimente

Bevor die SchülerInnen der Welterbe-Mittelschule Bad Goisern mit den Fäll- und Transportexperimenten auf dem Hallstätter Salzberg begannen, wurden sie am Grabungshaus mit den Werkzeugen und Geräten vertraut gemacht, die sie dazu benutzen sollten. Auch die an den Hölzern aus dem Bergwerk festgestellten Spuren wurden ihnen erklärt, die vom Fällen der Bäume oder vom Transportieren der Hölzer in prähistorischer Zeit stammen.
Die Schüler benutzten Stahläxte und Bronzebeile. Letztere sind exakte Nachbildungen und Rekonstruktionen von prähistorischen Werkzeugen, die in Hallstatt gefunden wurden. Durch die Spuren an den erhaltenen Hölzern aus dem Bergwerk haben die ArchäologInnen eine Vorstellung davon gewinnen können, mit welcher Fälltechnik die Menschen in der Vergangenheit Bäume schlugen. Die Experimente der Schüler, die von ihnen auch genau dokumentiert wurden, bestätigten die Vermutungen der WissenschaftlerInnen. Es entstanden exakt gleiche Spuren auf den frisch gefällten Hölzern, wie sie auf den Originalfunden zu finden sind. Jene Spuren aber, die von den WissenschaftlerInnen auf den Transport der Hölzer zurückgeführt wurden, konnten durch die Experimente nicht erzeugt werden.


(Von Hans Reschreiter)


(Fotos von Andreas W. Rausch)

Arbeitsvorgänge in Hallstatt


Wie lange braucht man, um mit einer Bronzehacke einen Baum zu fällen? Sie wissen es nicht? Kein Wunder, denn wer hat denn in diese prähistorischen Tätigkeiten schon Einblick? Die Jugendlichen der 2. Klassen der Welterbe-Mittelschule erfahren das alles, denn sie bekommen durch das Projekt „Sparkling Science – Holz für Salz“ nicht nur Antworten auf diese Fragen, nein sie dürfen Arbeitsabläufe auch selbst ausprobieren.

Gelegenheit dazu hatten die Jugendlichen heute Nachmittag im Salzberg Hochtal. Herr Magister Reschreiter mit seinem Team empfing uns wie alte Bekannte. Anhand eines großformatigen Lebensbildes des Bergbaus vor 3500 Jahren suchten die Mädchen und Burschen Holzgegenstände, die in der prähistorischen Grube verwendet wurden. Herr Reschreiter stellte uns auch vor ein wissenschaftliches Rätsel: Wie ist es möglich, dass bei gefällten Bäumen das vordere Ende stark beansprucht ist und große Kalksteine hineingepresst wurden, der Stamm des Baumes jedoch nicht beschädigt ist? Alle wollten dieser Ungewissheit auf den Grund gehen.

Es wurden fünf Gruppen gebildet, jede mit Seil, Bronzehacke, Maßband und Protokoll ausgestattet und schon ging es in den Wald. Nach einer technischen Einschulung über den Umgang mit einer Holzhacke mit Bronzebeil ging das Fällen los. Reihum wurde gearbeitet. Jede/Jeder gab ihr/sein Bestes und nach einer halben Stunde lag der erste Baum. Nach einer Stunde hatten alle Teams ihr Ziel erreicht. Fünf gefällte Bäume. Alle zwischen neun und elf Meter lang und mit einem Durchmesser zwischen 14 und 20 cm. Sofort wurden die Stämme entastet  und in gemeinsamer Anstrengung der Baum zuerst 100 m bergauf und anschließend zum Haus der Archäologen bergab gezogen.

Nach einer Stärkung verglichen wir die gebrachten Bäume mit jenen, die im Berg gefunden worden waren. Kein einziger hatte diese rätselhaften Einkerbungen, alle wiesen sie jedoch Schleifspuren auf. Man überlegte hin und her, wie es zu diesen seltsamen Vertiefungen am vorderen Ende der Bäume gekommen sein könnte. Wurden sie über ein Steinhindernis gehoben? Warum ist die Unterseite unbeschädigt? Hat man sie bewusst auflaufen lassen?

Keine dieser Fragen ist derzeit präzise zu beantworten. Aber vielleicht gelingt es uns gemeinsam diese wissenschaftliche Nuss zu knacken? Wer weiß! Eines wissen wir jedoch ganz genau: Es war ein toller Nachmittag mit Herrn Reschreiter und den anderen Archäologen. Vielen Dank dafür! Wir freuen uns schon auf den nächsten Projekttag von Sparkling Science am 2. Juli.


(Barbara Schiefermayer, Lehrerin Welterbe-Mittelschule Bad Goisern)

22.1.13 Fäll- und Bringungsexperimente im Lehrforst Bruck an der Mur

Die SchülerInnen der HBLA für Forstwirtschaft Bruck an der Mur wurden in ihren Klassenräumen mit der archäologischen Forschung in Hallstatt vertraut gemacht. Anhand von Originalfunden wurden mit den angehenden Forstexperten die zentralen Fragestellungen erörtert. Nach dieser Einführung ging es in den Lehrforst, wo mit rekonstruierten prähistorischen Beilen aus Bronze und modernen Stahläxten Bäume gefällt und abgelenkt wurden. Dabei wendeten die SchülerInnen eine Fälltechnik an, die in der Bronzezeit verwendet wurde und die sich grundlegend von der heutigen unterscheidet. Danach wurden erste Bringungsversuche – so lautet der forstwirtschaftliche Fachbegriff für den Transport von gefällten Bäumen innerhalb des Waldes – unternommen. Die SchülerInnen haben jeden ihrer Arbeitsschritte aufmerksam protokolliert und dazu umfangreiche Datenblätter ausgefüllt.  
(Von Hans Reschreiter)


(Fotos von Andreas W. Rausch)